Novartis verliert Patentstreit um Krebsmedikament in Indien

Das Urteil des Obersten Gerichts Indiens im Patentstreit um das Krebsmedikament Glivec gilt als international bedeutender Präzedenzfall und verdeutlicht die unterschiedlichen Ansätze beim Schutz pharmazeutischer Innovationen sowie das Spannungsfeld zwischen Patentschutz, Forschung und dem Zugang zu leistbaren Medikamenten.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat den jahrelangen Patentstreit um das Leukämiemedikament Glivec vor dem Obersten Gericht Indiens endgültig verloren. Das Gericht entschied, dass das Medikament die Voraussetzungen für einen Patentschutz nach indischem Recht nicht erfüllt, da keine ausreichend nachgewiesene therapeutische Verbesserung gegenüber einer bereits bekannten Wirkstoffform vorliegt. Das Urteil gilt als bedeutender Präzedenzfall im Umgang mit sogenannten „Evergreening“-Patenten und stärkt die Herstellung günstiger Generika für Patienten in Indien und vielen Entwicklungsländern. Gleichzeitig befürchtet die Pharmaindustrie negative Auswirkungen auf den Innovationsschutz und künftige Investitionen in Forschung.
Quelle: © Die Presse, Print-Ausgabe vom 02.04.2013 (APA/Reuters)
Zum Artikel: Pharmariese Novartis verliert wichtigen Patentstreit
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