Tag der Erfinder: Kreativität als kostbarster Rohstoff

Am 9. November findet der internationale "Tag der Erfinder" statt. DerOPEV würdigt die Kreativität normaler Bürger mit revolutionären Ideen.
Wien (OTS) - Die Geschichte der Menschheit ist reich an Erfindungen. "Am Tag der Erfinder sollen Menschen mit neuen Ideen, Mut bekommen, diese weiterzuverfolgen, zu präzisieren und zu veröffentlichen", erklärt Walter Wagner, Präsident des Österreichischen Patentinhaber- und Erfinderverbands (OPEV). Der seit mehr als 100 Jahren bestehende Verband kümmert sich ehrenamtlich um die Förderung österreichischer Erfindungen.
"Erfinden ist keine elitäre Handlung, sondern ein zu Materie gewordener Ausdruck menschlicher Kreativität", ist Wagner überzeugt. Entgegen weit verbreiteter Meinung entstehen Ideen nicht im stillen Kämmerlein berühmter Persönlichkeiten mit dreifachem Doktortitel. Sie entspringen oft dem Einfallsreichtum und der Kreativität ganz "normaler" Bürger und Bürgerinnen. Einige dieser Personen sind ob Ihrer Erfindungen zu Ruhm und Vermögen gelangt, viele haben es aber nicht in die Geschichtsbücher geschafft. Ihre Erfindungen sind jedoch geblieben und begleiten uns oftmals still und bescheiden durch den Alltag.
In Österreich hat das Erfinden eine lange Tradition. Der 9. November selber ist eine Verbeugung vor der großen Wiener Schauspielerin und Erfinderin des Frequenzsprungverfahrens Hedy Lamarr, die an diesem Tag ihren 97.Jahre alt geworden wäre. Neben Lamarr verdanken wir den Österreichern Viktor Kaplan die Erfindung der Kaplan-Turbine, Siegfried Marcus das Benzinauto, Josef Ressel die Schiffsschraube sowie Josef Madersberger die Nähmaschine. Auch in der Gegenwart erleichtern oder bereichern Erfindungen aus Österreich Menschen weltweit das Leben. So hat der Kremser Helmut Kneth mit seinem Strumpfanzieher XSOX vielen älteren Menschen eine einfache Methode geboten, Strümpfe an- und auszuziehen.
Unbestritten ist, dass in Österreich viel Kreativität und Potenzial für neue Erfindungen steckt. Unbestritten ist aber auch, dass in puncto Patentanmeldungen Österreich im internationalen Vergleich nur einen Platz im Mittelfeld belegt. Während beispielsweise im Jahr 2008 26.640 Patentanmeldungen Schweizer Ursprungs waren, wurden im gleichen Jahr lediglich 7.711 Patente durch österreichische Unternehmen oder Privatpersonen angemeldet.
"Zum einen werden Erfinder hierzulande oftmals als Spinner und Fantasten belächelt", weiß Wagner. Zum anderen scheitern viele Erfinder an sich selbst. "Der vielversprechenden Inspirationsphase folgt die wesentlich anstrengendere Transpirationsphase. Besonders bei der Patentanmeldung werden dabei immer die gleichen vermeidbaren Fehler gemacht", erklärt Wagner. Ob sich Österreich auch in der Zukunft durch Innovationskraft von anderen Ländern abheben wird, hängt also davon ab, wie sehr es unsere Gesellschaft versteht, Kreativität und Innovationsfreudigkeit zu fördern. "Kreativität ist ein Rohstoff, für den in allen Ländern die gleichen Voraussetzungen bestehen. Diejenigen, die diesen Rohstoff am besten nutzen können, werden die Zukunft maßgebend bestimmen", so Wagner.
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Bildquelle: Los Angeles Times, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
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