WISA 2014: Innovationen im Praxistest

Seit 2001 ist die Erfinder*innenschau des Österreichischen Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverbands (OPEV) ein fester Bestandteil der WISA in St. Pölten. Auch 2014 nutzten OPEV-Mitglieder die Publikumsmesse, um ihre Innovationen einem breiten Publikum vorzustellen, wertvolles Feedback einzuholen und neue Kontakte für die Weiterentwicklung und Vermarktung ihrer Erfindungen zu knüpfen.
Vom 10. bis 13. April 2014 öffnete die WISA im VAZ St. Pölten bereits zum 32. Mal ihre Tore. Als größte Bau- und Wohnmesse Niederösterreichs brachte sie rund 500 Aussteller*innen und etwa 50.000 Besucher*innen zusammen. Auf einer Gesamtfläche von rund 65.000 Quadratmetern – darunter 13 Hallen mit etwa 20.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche – präsentierten Unternehmen, Fachbetriebe und Organisationen ihre aktuellen Produkte, Dienstleistungen und Lösungen.
Unter dem Motto „Bauen Sie auf die WISA“ präsentierte die WISA 2014 innovative Lösungen rund um Bauen, Wohnen und Energiesparen sowie zahlreiche Angebote aus den Bereichen Freizeit, Mobilität und Garten. Ein besonderer Anziehungspunkt war erneut die Erfinder*innenschau des OPEV, die Besucher*innen die Möglichkeit bot, mit den Menschen hinter den Innovationen persönlich ins Gespräch zu kommen. Gerade dieser unmittelbare Austausch liefert Erfinder*innen wertvolle Anregungen und trägt wesentlich dazu bei, Produkte weiterzuentwickeln und an den Bedürfnissen potenzieller Anwender*innen auszurichten.
Zu den ausgestellten Entwicklungen gehörte die diebstahlsichere Hundeleine von Christian Brandner. Die multifunktionale Leine verfügt über einen integrierten Hundediebstahlschutz und kann gemeinsam mit einem handelsüblichen Halsband oder Brustgeschirr verwendet werden. Bei Bedarf wird eine in der Leine verborgene Kette freigelegt, um den Hund ähnlich wie ein Fahrrad sicher an einem festen Gegenstand – etwa einem Laternenpfahl oder Baum – anzuschließen. Künftig sollen zudem austauschbare Leinenhüllen unterschiedliche Designs ermöglichen. Gleichzeitig verhindert die integrierte Kette ein Durchbeißen der Leine und erhöht dadurch die Sicherheit für Hund und Verkehrsteilnehmer*innen.
Dr. Heinz Gert präsentierte zwei neuartige Lebensmittelverpackungen. Der erste Speisenbehälter ermöglicht dank eines integrierten Mundstücks die unmittelbare Einnahme von dünnflüssigen, dickflüssigen oder breiförmigen Speisen sowie Getränken. Aufgrund seiner Sicherheits- und Komfortmerkmale eignet er sich besonders für Senior*innen, Kinder, Menschen mit eingeschränkten manuellen Fähigkeiten sowie für den Verzehr unterwegs – beispielsweise in Bussen, Eisenbahnen, Flugzeugen oder auf Fährschiffen. Auch warme Speisen wie Suppen oder Eintöpfe können problemlos daraus konsumiert werden. Ergänzend stellte Dr. Gert eine neuartige Getränkeverpackung vor, bei der nach einer Teilentnahme des Inhalts keine Luft mit dem verbleibenden Getränk in Berührung kommt. Dadurch bleibt der Inhalt länger haltbar und kann auch in größeren Gebinden abgefüllt werden – ein Vorteil sowohl für die Gastronomie als auch für private Haushalte. Die Verpackung eignet sich unter anderem für Fruchtsäfte, Wein oder haltbare Frischmilch.
Ing. Erich Pastner von ISOTHERM Pastnerit präsentierte lebensmittelreine Ausbauplatten aus Stein-Glas-Material im fugenlosen Großformat. Die nur 2,3 Millimeter starken Platten sind biegsam, schlagfest und absolut wasserdicht. Sie eignen sich hervorragend für die Fliesensanierung in Sanitärbereichen, Duschen, Wellnessanlagen, Küchen, Kühlräumen, Waschanlagen, Schwimmhallen sowie zur Auskleidung von Wasserbecken und Pools. Produziert werden die Großformatplatten in Krems.
Mit seinen Pflanzenstützvorrichtungen stellte Alois Patzalt eine einfache und zeitsparende Lösung zur Stabilisierung von Pflanzen vor. Die aus Holz oder Kunststoff gefertigten Clips lassen sich mit herkömmlichen Pflanzenstäben kombinieren. Ein Bindfaden wird um die Pflanze gelegt und in einem Schlitz fixiert, sodass sie sicheren Halt erhält und gleichzeitig ihre natürliche Bewegungsfreiheit behält.
Eine besonders originelle Entwicklung präsentierte Alois Rabenlehner mit seiner HAND-KAU-ZAHNBÜRSTE. Die Zahnbürste besitzt 360° umlaufende Borsten und reinigt Zähne, Zahnhälse sowie Zahnfleisch allein durch die natürlichen Kaubewegungen des Kiefers. Das übliche Hin- und Herbewegen einer Handzahnbürste entfällt vollständig, während gleichzeitig das Zahnfleisch sanft massiert wird. Die Innovation eignet sich insbesondere für Menschen mit motorischen Einschränkungen, pflegebedürftige Personen und Kleinkinder und kann bereits ab einem Alter von zweieinhalb Jahren verwendet werden.
Gerda Schandl stellte ihre Gießhilfe für Topfpflanzen vor. Das dekorative Hilfsmittel ermöglicht eine gezielte Bewässerung direkt im Wurzelbereich und fördert dadurch ein gesundes Pflanzenwachstum. Gleichzeitig bleibt die Blumenerde locker, überlaufende Untersetzer werden vermieden und Böden oder Möbel vor Feuchtigkeit sowie möglicher Schimmelbildung geschützt. Als zweite Innovation präsentierte sie ihre Aufhängevorrichtung für Christbäume, mit der Weihnachtsbäume sicher und platzsparend frei im Raum aufgehängt werden können.
Direktes Feedback als Schlüssel zum Erfolg
Der OPEV weist seit vielen Jahren darauf hin, wie wichtig ein Messeauftritt für Erfinder*innen ist. Eine überzeugende Idee entfaltet ihr Potenzial erst dann vollständig, wenn sie professionell präsentiert und mit potenziellen Anwender*innen diskutiert wird. Deshalb unterstützt der Verband seine Mitglieder bereits vor jeder Messe mit einer kompakten Einführung und praktischen Tipps für einen erfolgreichen Auftritt.
Das unmittelbare Feedback der Besucher*innen ist dabei oft von unschätzbarem Wert. Positive Rückmeldungen bestätigen den eingeschlagenen Weg, konstruktive Kritik liefert wichtige Hinweise für Verbesserungen, die noch in die finale Produktentwicklung einfließen können. Zeigt sich hingegen, dass eine Idee den Markt nicht überzeugt, hilft auch diese Erkenntnis, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und unnötige Investitionen zu vermeiden. Genau dieser offene Dialog zwischen Erfinder*innen und Öffentlichkeit macht die Erfinder*innenschau seit vielen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der WISA und zu einer wertvollen Plattform für Innovationen aus Österreich.
Bildquelle: Österreichischer Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband (OPEV); abgewandelte Form des WISA-Logos.
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