iENA 2010: Österreichs Erfinder*innennachwuchs überzeugt mit Gold, Silber und Bronze

Österreichs Erfinder*innennachwuchs sorgte bei der 62. Internationalen Erfindermesse iENA 2010 in Nürnberg für große Erfolge. Mit Gold, Silber und Bronze sowie zahlreichen weiteren Auszeichnungen unterstrichen junge Talente und erfahrene Erfinder*innen eindrucksvoll die Innovationskraft Österreichs auf internationaler Bühne.
Bei der 62. Internationalen Erfindermesse iENA, die vom 28. bis 31. Oktober 2010 in Nürnberg stattfand, wurden Österreichs Erfinder*innen auch heuer wieder mit Medaillen und Urkunden ausgezeichnet. Der Österreichische Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband (OPEV) betreute mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend drei Jugendgruppen und ermöglichte ihnen, ihre innovativen Projekte einem internationalen Publikum zu präsentieren. Die wachsende Zahl der Länderbeteiligungen unterstrich einmal mehr die internationale Bedeutung der iENA: Über 800 Einzelerfindungen aus 30 Ländern waren 2010 in Nürnberg vertreten. Gleichzeitig zeigte die Messe eindrucksvoll, dass freie Erfinder*innen mit ihren Ideen und Entwicklungen den Vergleich mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen keineswegs scheuen müssen.
Österreichs Nachwuchs überzeugt die internationale Jury
Im Wettbewerb um die kreativsten Jugenderfindungen konnte Österreich besonders auf sich aufmerksam machen. Die Jugendteams erzielten hervorragende Ergebnisse und wurden mit Gold für den ICS Neigungscontroller, Silber für Camping 360 – Caravan 2Pi sowie Bronze für Two in One Shoe ausgezeichnet.
Dem ICS Neigungscontroller liegt die Idee zugrunde, Menschen mit körperlichen Einschränkungen den Zugang zum Modellbausektor zu erleichtern. Gesteuert wird das System durch die Neigung des Handgelenks. Im Mittelpunkt der technischen Umsetzung standen die Entwicklung einer Steuerelektronik zur Erfassung der Bewegungsdaten in X- und Y-Richtung sowie deren präzise Programmierung. Das Projekt Camping 360 – Caravan 2Pi verfolgt das Ziel, die Vorteile von Wohnwagen und Wohnmobil in einem innovativen Konzept zu vereinen und dabei technische, praktische sowie ästhetische Aspekte miteinander zu verbinden. Mit Two in One Shoe entwickelte die HAK Ybbs ein flexibles Schuhkonzept mit abnehmbarem Absatz, wodurch sich ein Pumps mit wenigen Handgriffen in einen flachen Schuh beziehungsweise eine Ballerina verwandeln lässt.
Die erfolgreichen Jugendteams kamen aus der HTL 3 Rennweg Wien (Abteilung Mechatronik), der HTLBuVA Ferlach sowie der HAK Ybbs. Die Gruppe ICS Neigungscontroller erhielt darüber hinaus den Ehrenpreis des Deutschen Erfinderverbandes, der von Dipl.-Ing. Joachim Bader überreicht wurde. Gemeinsam mit den Jugendlichen präsentierten außerdem neun österreichische Einzelerfinder*innen ihre Entwicklungen auf der internationalen Fachmesse, knüpften wertvolle Kontakte zur Wirtschaft und überzeugten die Fachjury mit ihren Innovationen.
Goldmedaillen für herausragende Entwicklungen
Mit einer Goldmedaille wurde Ing. Stefan Allerstorfer für sein Projekt „Geisterfahrer-Stopp durch ein Fangnetz“ ausgezeichnet. Das Konzept sieht vor, an Autobahnabfahrten ein Stahlgerüst mit einem raffbaren Fangnetz zu installieren, das im Bedarfsfall Geisterfahrer sicher stoppen kann. Im Bereitschaftszustand bleibt die volle Durchfahrtshöhe erhalten, während das Netz platzsparend unter einem Netzkasten untergebracht ist.
Ebenfalls Gold erhielt Erich Meyer für die patentierte Schlüsseldrehhilfe „Keybuttler“ (Patent AT 505291). Die Schlüsselkurbel erleichtert das Auf- und Zusperren von Türen erheblich und verhindert gleichzeitig, dass die übrigen Schlüssel am Schlüsselbund während des Drehvorgangs mitbewegt werden. Dadurch werden auch Türblätter und Türschilder geschont.
Eine weitere Goldmedaille ging an Josef Dagn von der SEDA-Innovations GmbH, der mehrere Entwicklungen seines Unternehmens präsentierte, darunter eine Bohrlehre, ein Behälter- und Rohrdrucksystem sowie einen Bildaufhänger. Stellvertretend dafür wurden unter anderem die gemeinsam mit Weber Hydraulik entwickelte SEDA Recycling-Schere für die Katalysator-Demontage sowie die SEDA-Rettungsfräse vorgestellt, mit der sich Windschutzscheiben von Unfallfahrzeugen dank leistungsstarker Akkutechnik innerhalb weniger Sekunden entfernen lassen.
Mit Gold ausgezeichnet wurde außerdem Ing. Heinz Werner Stückler für seinen Mehrfachrohrwärmetauscher. Gegenüber herkömmlichen Plattenwärmetauschern bietet diese Entwicklung deutlich geringere Wärmeverluste, da Vor- und Rücklauf im Mantelrohr nebeneinander verlaufen. Das System eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten, unter anderem in der Kältetechnik, bei Kaltgasturbinen sowie zur Stromerzeugung aus Niedertemperaturquellen wie Prozessabwärme, BHKW-Abwärme, Brennstoffzellen, Geothermie oder Solarthermie.
Silber- und Bronzemedaillen sowie weitere Innovationen
Mit Silber wurde Hans Baumgartner für seinen Tragbügel für Blumenkästen ausgezeichnet. Die Aufhängung ermöglicht eine sichere Befestigung an Metallfensterbänken, ohne dass Bohrungen am Mauerwerk erforderlich sind. Ebenfalls Silber erhielt Leopold Trimmel für den OXXXO Bodykat, einen drucklosen Darmentlüfter, der Gase geräuschlos nach außen ableitet und durch einen speziellen Filterkern Partikelaustritt sowie Geruchsbelästigung deutlich reduziert.
Die Bronzemedaille ging an Elisabeth Braumandl für ihre Tasche für Handyladegeräte. Sie verhindert Kabelsalat, erleichtert die Verwendung des Ladegeräts, sorgt für Ordnung in der Businesstasche und eignet sich gleichzeitig als attraktives Give-away für Unternehmen.
Außer Konkurrenz präsentierten Lothar Theis seinen automatischen Schnapsausschank, der Trinkgefäße selbstständig befüllt und zugleich als optischer Blickfang konzipiert wurde, sowie Walter Lair einen ergonomischen Komfort-Fahrradsattel mit beweglichen Sitzflächen. Durch den wechselnden Druck auf die Sitzknochen verbessert die Konstruktion die Durchblutung der Sitzregion und erhöht den Fahrkomfort deutlich.
Erfinden beginnt bereits in der Schule
Im Rahmen der iENA fand am 30. Oktober 2010 das iENA-SIGNO-Symposium zum Thema „Erfinden in der Schule“ statt. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend unterstützt seit vielen Jahren Initiativen wie den Österreichischen Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband (OPEV) sowie „Jugend Innovativ“ der austria wirtschaftsservice (aws). Die zahlreichen Medaillen und Auszeichnungen bei der iENA 2010 zeigen eindrucksvoll, dass diese Förderung nachhaltige Wirkung entfaltet. Österreich kann mit Recht stolz auf seinen engagierten und erfolgreichen Erfindernachwuchs sein.
Bildquelle: Österreichischer Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband (OPEV); abgewandelte Form des iENA-Logos.
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