1962 – Österreichische Innovationen erreichen die Welt

Mit neuen Informationsdiensten und internationalen Auszeichnungen wurde 1962 zu einem Jahr, in dem österreichische Erfindungen weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar wurden.
Anfang 1962 begann der Österreichische Patentinhaber- und Erfinderverband mit der Herausgabe der „Informationen des Pressebüros“. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen Erfindungen, Innovationen, Patente und gewerblicher Rechtsschutz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aus dieser Publikation entwickelte sich später die Informationsreihe „Innovationen – Erfindungen, Patente“, die bis heute Erfinder*innen, Patentinhaber*innen, Unternehmen, Gewerbetreibende sowie Im- und Exporteure mit wichtigen Informationen versorgt.
Besondere Bedeutung erhielt die Publikation durch ihre internationale Verbreitung. Über österreichische Konsulate, Botschaften und Handelsdelegationen gelangten Informationen über österreichische Innovationen weit über die Grenzen des Landes hinaus. Damit leistete der Verband einen wichtigen Beitrag dazu, österreichische Erfindungen international sichtbar zu machen und neue Kontakte zwischen Wirtschaft, Forschung und Technik zu fördern.
1962 stand aber auch im Zeichen einer der renommiertesten Auszeichnungen des internationalen Erfinderwesens: der Diesel-Medaille. Diese vom Deutschen Erfinderverband gemeinsam mit weiteren europäischen Erfinder*innenorganisationen verliehene Ehrung gilt bis heute als eine der bedeutendsten Auszeichnungen für technische Innovationen und herausragende Erfinder*innenleistungen.
Zu den österreichischen Trägern dieser besonderen Auszeichnung zählten bedeutende Persönlichkeiten des technischen Fortschritts. Bereits 1954 wurde Prof. Viktor Kaplan, der Erfinder der nach ihm benannten Kaplan-Turbine, geehrt. Es folgten Dr. Hans Ledwinka (1961), einer der bedeutendsten Automobilkonstrukteure seiner Zeit, sowie Dr. h.c. Igo Etrich (1962), dessen Flugzeug „Taube“ Luftfahrtgeschichte schrieb.
Ebenfalls ausgezeichnet wurden Prof. Arch. Ing. Ernst Cvikl (1962) für seine weltweit bekannte CENO-Bauweise auf dem Gebiet räumlicher Gitterträger für Hallen, Brücken, Maste und Dächer sowie Hofrat Dr. Josef Nagler (1964) für seine bedeutenden Entwicklungen auf dem Gebiet des Farbfernsehens.
Das Jahr 1962 zeigt eindrucksvoll, wie eng nationale Innovationsförderung und internationale Anerkennung miteinander verbunden sind. Der Verband unterstützte nicht nur österreichische Erfinder*innen im Inland, sondern trug auch dazu bei, ihre Leistungen weltweit sichtbar zu machen.
Bildquelle: Die Rudolf-Diesel-Medaillenverleihung 1965 in der Meistersingerhalle in Nürnberg, Deutsches Institut für Erfindungswesen e.V.